fragen, die ich hab

erstens: denkst du auch jeden tag an die toten der schoa. denkst du an ihre verzerrten gesichter, an das weinen eines kinds, wenn du mich küsst. denkst du an die schatten von den millionen, die wir mehr wären. denkst du an die schatten, wenn du glücklich bist.

zweitens: denkst du, ich bin deine große liebe. auch, wenn du nicht an die große liebe glaubst denkst du es vielleicht, wenn du in mein gesicht schaust.

drittens: der mann gegenüber in der bar, in der ich sitze, popelt sich in den ohren. ich überlege, wie es meinen freundinnen geht, habe ich sie das wirklich, der ernsthaftigkeit der frage gebührend, gefragt. wie geht es dir. und dann zugehört, wenn sie sprachen. nein, habe ich nicht. ich habe an die toten gedacht, an die wäsche, woran noch. in den ohren gepopelt.

viertens: wer schläft, und warum. würde ritalin helfen, weniger aus der welt fallen zu wollen. würde lsd-microdosing helfen. würde koksen helfen, weniger zu wünschen, die schwerkraft verließe mich, ich taumelte ins weltall, anstatt eines verschwindens ein verschweben. würde das helfen, zu schlafen.

fünftens: ist das leben ok. ist es das.

sechstens: hast du in städten, die du nicht kennst, denn keine angst. überkommt sie dich nicht, ein blindes heimweh nach einer vertrauten straße, der schmerz und die sehnsucht, danach, die menschen lesen zu können, zu wissen, wo der kompass ist, wenn du ihn brauchst, wenn du fürchtest, sonst vom bürgersteig in die tränen hineinzustolpern.

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